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Leseproben

Blümchen, Blümchen und Lizzie, Coole Sprüche

Blümchen

Ich renne, renne, renne. Kann nicht aufhören. Muss rennen.
Ist meine Natur. In Freiheit würde ich rennen, weil ich große Strecken zurücklegen müsste, um nach Nahrung zu suchen. Oder weil ich vor meinen Feinden davonlaufen müsste. Oder um einen Partner zu suchen.
Warum ich nachts unterwegs bin? Ich sehe nachts besser als am Tag. Mein Gehör ist besser als das von euch Menschen und ich kann mich in der Dunkelheit gut orientieren.
Aber ich bin nicht frei! Ich bin ein Haus - Hamster! Das hat gewisse Vorteile. Ich habe keine natürlichen Feinde und ich werde gut versorgt. Meistens, wenigstens.
Ich lebe mit Lisa. Nein, versteht mich bitte nicht falsch. Ich mag Lisa. Sie ist lieb. Sie hat mir den Namen „Blümchen“ gegeben. Ich finde den Namen schön und es macht mir Spaß, sie anzuschauen, wenn sie mich ruft. Sie gibt mir Futter, nimmt mich in beide Hände und lacht mir mir. Und vor allem, sie riecht gut. Wenn sie mich in ihre Hände nimmt, dann kann ich gar nicht genug kriegen von ihrem Geruch. Auch ein Laufrad hat sie mir mitgebracht. Das gibt mir die Möglichkeit, mich regelmäßig zu bewegen. So renne ich viele Stunden lang immer im Kreis herum. Süchtig? Nein! Keinesfalls. Wenn ich genug habe, höre ich auf. Wenn ich süchtig wäre, könnte ich nicht aufhören, auch wenn ich genug hätte. So ist das. Mein Laufrad quietscht. Das bedeutet, es macht immer an der gleichen Stelle den gleichen Laut. Lisa stört das nicht. Sie hat einen guten Schlaf. Ich habe sie sagen hören, dass es ihr hilft. Sie fühle sich dann nicht allein. Wir sind ein gutes Team. Auch wenn ich manchmal lieber draußen wäre. Nur ein Stündchen lang. Über weiches Moos laufen. Feuchte Erde riechen. Zweige an den Bäumen knacken hören. Den Wind spüren. Das Rascheln der Blätter. Von all dem hat mir meine Tante Agatha erzählt. Sie war die einzige in der Familie, die noch den wunderbaren Geruch der Freiheit hatte riechen können, bevor sie gefangen worden war. Sie war die Urmutter von uns Haus-Hamstern.

Aber ich würde immer wieder zu Lisa zurückkehren. Wie gesagt, ich mag sie. Und wir sind eine wunderbare kleine Einheit.

Dann kam dieser eine Abend. Sie war, nachdem sie nach Hause gekommen war, viel mehr als sonst in der Wohnung herum gelaufen. Hatte Kleider aus dem Schrank gezerrt, sie angezogen, sie aufs Bett geworfen. Weiter im Schrank herumgewühlt. Ich saß da in meinem Käfig und konnte mich nicht bewegen. Mit mir sprach sie nicht. Als es klingelte, nahm sie ihre Tasche, und rannte zur Wohnungstür.
Als sie zurückkam, war es Nacht. Ich hatte mein Laufpensum schon hinter mir. Sie ließ sich auf das Sofa fallen und starrte vor sich hin. Irgendwann seufzte sie, stand auf und ging ins Bett.Ab da wiederholte sich das Spiel täglich. Nur die Kleidersuche gestaltete sich mit der Zeit einfacher. Inzwischen wusste sie, was sie anziehen wollte.Es kam der Tag, an dem sie Besuch bekam. Jemand beugte sich runter zu meinem Käfig. Ich sah seine Augen und ich roch ihn. Puh! Ich musste mich sofort zur anderen Seite drehen. Der war der Grund ihrer Aufregung? Zu ihm ist sie jeden Abend gerannt? Wie konnte sie nur. Das würde kein gutes Ende nehmen.Meine alte Tante Agathe hatte uns Junge mit ihren schwarzen Knopfaugen angeschaut und gesagt:
“Riecht, mit wem ihr euch einlasst. Und wenn sie nicht gut riechen, dann sind sie auch nichts für euch.“

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Ich wusste, hier musste ich etwas unternehmen. Wenn einer so übel riecht, dann ist er nichts für meine Lisa. Das stand fest.
Ich brauchte einen Plan. Reden konnte ich leider nicht mir ihr.
Ich ging in mein Laufrad und begann zu rennen. Da konnte ich am besten denken.
Nach vier Stunden und etwa 15 Kilometern hatte ich eine Idee.
Folgende Strategie hatte ich mir ausgedacht:
Phase eins: Vermehrtes Stuhl absondern. Mit anderen Worten viel Kacken.
Ich startete sofort. Ich fraß und kackte. Fraß und kackte. Nachdem Lisa immer öfter meinen Stall säubern musste und nach einigem nachdenklichem Kopfschütteln packte sie mich in meinen Transportkäfig und auf ihr Fahrrad und fuhr mit mir zum Tierarzt. Es war ein Neuer in der Praxis. Sehr nett. Ich sah das sofort. Lisa nicht. Am Abend kam mein Feind, der Stinker und ließ mich links liegen.

Phase zwei: Enges am Boden entlang Schleichen. Lisa hatte Abendessen gemacht. Normalerweise fiel da immer mal
ein Leckerli ab. Heute nicht. Mein Schleichen bemerkte sie nicht.

Phase drei: Gebrabbel. Der Stinker war an diesem Abend bei uns geblieben. Sie gingen zu Bett. Ich begann mein Gebrabbel.
In der Nacht öffnete sich die Tür vom Schlafzimmer. Der Stinker schlich sich an, nahm meinen Käfig und brachte ihn auf den Balkon. Draußen war es kalt. Ich konnte mich nur durch vermehrtes Rennen in meinem Laufrad warm halten.
Am nächsten Morgen hörte ich, wie Lisa schrie:
„Wo ist Blümchen?“ Sie schaute durch die Balkontür, riss sie auf und holte mich ins warme Zimmer. Sie schrie den Stinker an. „Warum hast du das gemacht. Nachts ist es draußen viel zu kalt für ihn“. Der Stinker grinste blöd.

Phase vier: Toter Mann. Den ganzen Tag über schlief ich mich aus. Fraß ein wenig und wartete. Als Lisa nach Hause kam, legte ich mich auf den Rücken und streckte die Beine nach oben. Kurz darauf kam auch der Stinker. Lisa stand vor meinem Käfig.

„Gut, dass du kommst“, sagte sie. Wir müssen schnell mit deinem Auto zum Tierarzt fahren. Der Stinker grinste, zuckte mit den Schultern und wir gingen nach unten. Der Tierarzt war immer noch der Neue. So ein netter Kerl. Ich hielt durch. Machte auf toter Mann. Ließ mich von Lisa aus dem Käfig nehmen.
„Ich kann nichts feststellen. Hatte er Stress?“
„Ja, er hat die Nacht auf dem Balkon verbracht.“
„Oh, das ist nicht gut. Wie konnte das geschehen?“

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„Der Typ, mit dem ich zusammen bin, hat ihn rausgestellt.“
„Na, sagen Sie dem Typ, dass das nicht gesund ist für ihren kleinen Freund.“
Ich öffnete vorsichtig ein Auge. Er sah mich an und grinste leicht. Ich schloss mein Auge wieder. Er sah sie an. Sie schaute zurück. Er legte seine Hand auf ihre Hand.
„Machen Sie sich nicht verrückt. Wie heißt denn ihr kleiner Freund.
„Blümchen“ sagte sie leise und begann zu weinen.
„Blümchen ist nicht so empfindlich. Hamster sind in der Natur auch schon mal der Kälte ausgesetzt.“
„Ja, aber da können sie sich unter dem Laub wärmen. In seinem Käfig und auf meinem Balkon gibt es weder Laub noch Schutz und die Nacht war kalt.“ Lisa schluchzte lauter.

„Sie sollten“, sagte der Neue, „vielleicht mal ihre Beziehung überdenken. Aber, Hamster sind gewitzte Tiere. Ich denke, er hat sich durch Laufen warmgehalten. Nehmen Sie Blümchen mit und wenn er sich morgen immer noch nicht bewegt, dann kommen Sie noch mal her“. Kluges Kerlchen!
Und, ein erster Schritt in die richtige Richtung.
An diesem Abend sagte sie dem Stinker, dass sie allein sein wolle. Sie schickte ihn weg. Holte mich aus dem Käfig und setzte sich auf das Sofa. Ich schaute sie an und lief auf ihrem Arm entlang bis zur Schulter. Knabberte kurz an ihrem Ohr und lief zurück. Sie lachte laut und glücklich.
Gab mir ein besonderes Leckerli und brachte mich zurück in meinen Käfig. Ich lief ein paar Runden in meinem Rad und schaute fröhlich.

Am darauf folgenden Abend war er wieder da. Er kniete sich vor meinen Käfig. Wollte wohl ein Zeichen setzen. Er streckte seine Hand in meinen Käfig. Das war meine Chance. Ich fauchte ihn an. Dann biss ich ihn heftig in den Finger. Er zog die Hand aus dem Käfig und schrie:
„Du blödes Vieh, saublödes!“ Lisa kam aus dem Küche gerannt.
„Was ist denn jetzt schon wieder los?“

„Dein komisches Haustier hat mich gebissen“.
„Er scheint dich wirklich nicht zu mögen!“ sagte Lisa gedehnt.
„Yippie!“ Dachte ich.
Nach dem Abendessen saßen der Stinker und Lisa auf der Couch und schmusten.
Heute brauchte ich ein besonderes Schauspiel: Ich begann zu quieken. Erst leise, dann immer lauter. Und zum Schluss knirschte ich heftig mit den Zähnen.
Irgendwann sprang der Stinker auf, nahm meinen Käfig und rannte zur Balkontür. „Dir werde ich es zeigen! Na warte!“ Lisa rannte hinter ihm her.
„Was willst du mit dem Käfig. Gib sofort den Käfig her!“
„Ich lasse ihn über die Reling fallen! Entweder er oder ich! Du musst dich entscheiden! So ein elendes Vieh!“
Sie schaute ihn an und sagte nichts. Dann nahm sie ihm langsam den Käfig aus der

Hand. Ging zurück ins Wohnzimmer und stelle ihn an den angestammten Platz. Er kam hinter ihr her. Sie ging zur Wohnungstür. Öffnete sie und bedeutete ihm, zu gehen. Ohne ein Wort.
„Und du bist eine saublöde Gans. Einfach nur saublöd!“ brüllte er, als er schon auf der Treppe war. Sie schloss leise die Tür. Kam zu mir, holte mich aus dem Käfig und setze sich auf die Couch. Sie streichelte langsam und sanft mit ihrem Zeigefinger über meinen Rücken. Mmmm…

So weit so gut. Aber eine Sache musste nun doch noch geregelt werden. Der Neue. Mein Tierarzt.
Ich würde es mit heftigem Käfignagen versuchen.
Der Rest ist schnell erzählt. Nach zweitägigem ausführlichem Käfignagen rief sie ihn an. Er kam vorbei. Er hatte die Sache in ihrer ureigenen Umgebung beurteilen

wollen, sagte er. Lisa erzählte die Geschichte ihrer Freundin und ich konnte mit großem Behagen zuhören.
Er kam, schaute, durchschaute mich, roch gut und blieb.
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Zweite Geschichte: Blümchen und Lizzie

Als ich sie zum ersten Mal sehe, habe ich nur einen Impuls : mich in Sicherheit bringen. Ich drehe auf der Stelle und renne zurück in mein Schlafhäuschen. Vorsichtig schaue ich aus der Tür. Sie liegt mit der Nase dicht an meinem Käfig und schaut starr hinein. Sie bewegt sich kaum. Nur das Ende ihres Schwanzes zuckt hin und wieder.

Lisa kommt zur Tür herein.
"Hallo Blümchen!" ruft sie fröhlich. "Habt ihr euch schon bekannt gemacht? Das ist prima. Schau, das ist Lizzie, die kleine niedliche Katze von Klaus.“ Ich schnappe nach Luft. So-so-so, die kleine niedliche Katze von Klaus!

Ihr erinnert euch? Klaus, der Neue von meiner Lisa. Der Tierarzt. Der den Stinker ersetzt hat. Sie heißt also Lizzie. Klein und niedlich? Na, das kann heiter werden. Vorsichtig verlasse ich mein Häuschen, besteige mein Laufrad und beginne zu rennen. Das Rad steht mit der schmalen Seite nah an der Käfigwand. Lisa hat es da abgestellt, als sie es mir gebracht hat. Ich denke, sie will sehen, wie ich mich darin bewege. Ich renne und renne. Da kann ich am besten denken. Ist Lizzie meine Feindin? Natürlich ist sie das. Sie kann nicht anders. Das ist ihre Natur, ihr Instinkt.

Als das Laufrad zu quietschen beginnt, erwacht Lizzie aus der Starre, stellt sich und macht einen Schritt zurück. Doch dann ist sie wieder da und drückt ihre Nase an das

Gitter. Nur ihre Augen, hellgrün, mit einem schmalen schwarzen Rand, folgen meinen Bewegungen. Ab und an bewegt sich ihr Schwanz. So geht das eine ganze Weile. Dann wird es ihr wohl zu langweilig. Sie steht auf und streckt sich ausgiebig. Dann erscheinen die Krallen an ihren Pfoten. Es fährt mir ein Schauer über den Rücken. Sie sind gebogen und sehen scharf aus. Ich bin zum ersten Mal froh, dass es den Käfig zwischen mir und der Welt da draußen gibt. Er bietet mir Schutz. Lizzie geht langsam auf das Sofa zu. Springt hinauf, dreht sich einmal um sich selbst und lässt sich fallen.
Ich kann sie anschauen. Sie ist grau, beige, braun gemustert und alle vier Pfoten sind weiß. Sie hat, ich muss es zugeben, ein sehr niedliches Gesicht. Und sie scheint recht klein zu sein. Auch vom Sofa aus lässt sie mich nicht aus den Augen.

Lisa kommt aus der Küche. Setzt sich neben Lizzie auf das Sofa. Die Katze schaut zu Lisa, beginnt zu schnurren und legt ihren Kopf auf Lisa’s Knie. Diese Mist-Tüte. Schmeißt sich ran an meine Lisa. Und was tut Lisa? Sie schmust mit ihr. Lacht mit ihr. Legt ihren Kopf an Lizzie’s Kopf. Verräterin!

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Die Wohnungstür öffnet sich und Klaus kommt rein.

„Na, euch geht’s ja gut zusammen. Das freut mich.“ Der freut sich auch noch! Und was ist mit mir?

„Haben Blümchen und Lizzie sich schon miteinander bekannt gemacht?“ fragt er lachend.
„Ich weiß nicht so recht. Blümchen rennt wie verrückt im Rad herum. Als ich eben nach Hause komme, sitzt Lizzie fast regungslos vor dem Hamsterkäfig. Nase an Gitter, sozusagen.“

„Na, das wird schon noch. Lass’ mal laufen!“ TZZZZ! Wen meint er denn damit?? Lauf’ ich nicht schon genug? Wenigstens von ihm hätte ich mehr Verständnis erwartet.

Normalerweise bin ich ein Einzelgänger. Es macht mir nichts aus, allein zu sein. Aber das war dann doch zu viel.

„Ich will zurück zu meiner Tante Agathe“, denke ich voller Trauer. Das kann doch nicht das Ende meiner innigen Freundschaft mit Lisa sein.
Dann kam schon wieder so ein Tag.
Ein Samstag. Ich kannte das schon. Samstags machte Lisa sauber: mit Besen,Staubtuch, Putzeimer, Teppichsauger und so weiter.
Ich war auch immer dran. Vielmehr, mein Käfig war dran. Der musste sauber gemacht werden. Normalerweise hatte ich das gern.
Immer, wenn Lisa meinen Käfig sauber machte, holte sie mich vorsichtig aus dem Käfig, setzte mich in eine kleine Holzkiste, gab mir ein paar Leckerli und machte sich an die Arbeit. Vor allem mein Klo-Häuschen und mein Futternapf mussten gründlich gereinigt werden. Auch der Boden brauchte frische Holzspäne. Das roch gut und ich fühlte mich immer besonders wohl, wenn ich zurück in meinen Käfig kam.

Es war ein schöner Frühlingstag, die Balkontür stand weit offen, aus dem Radio plärrte ein Sänger und Lisa plärrte mit.
Singen war nicht ihre Stärke, aber sie war glücklich. Wenn sie es war, war ich es auch. Bisher war das immer so gewesen. Klaus, mein Tierarzt-Freund, war in der Küche und spülte Geschirr. Ich hörte es klappern. Auch er pfiff die Radiomelodie fröhlich mit.

Lizzie, die Katze, lag bei all dem Lärm auf ihrem Sofa-Platz und schlief. Die hatte Nerven! Sie musste wohl, bevor sie mit dem Neuen, wie ich ihn immer noch nannte, zu uns gekommen war, in einem Tierheim gewesen sein. Das hatte Klaus meiner Lisa erzählt und er hatte ihr auch erzählt, dass sie in ihrem kurzen Leben schon einige Misshandlungen erlebt hatte. Lisa hatte Tränen in den Augen gehabt, als sie die traurige Geschichte gehört hatte.
Zurück zur Säuberung des Käfigs. Ich saß, zugegeben mit klopfendem Herzen, in meiner kleinen Holzschachtel auf dem Balkon. Die Schachtel hatte nach oben eine Öffnung, die mit einem feinem Draht bezogen war. An diesem Tag fühlte ich mich zum ersten Mal wirklich unwohl in dem Holzkistchen, das mir kaum eine Möglichkeit gab, mich zu bewegen.

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Ich versuchte, mich auf meine Hinterbeine zu stellen, um sehen zu können, was im Zimmer geschah. Da sah ich Lizzie. Gerade sprang sie vom Sofa, streckte sich und kam langsam auf mein hölzernes Gefängnis zu. Blieb stehen, machte einen langen Hals und sagte leise „Mau!“
Ich ließ mich auf den Bauch fallen und machte toter Mann. Was hätte ich auch sonst machen sollen? Ich steckte fest und konnte nicht hin noch her. Dann hörte ich nichts mehr. Nach einer Weile drehte ich vorsichtig meinen Kopf und schaute direkt in Lizzie’s Augen. Die Augen verschwanden. Dann erschien eine Pfote in meinem Blickfeld. Ich sah die Pfote mit drei schwarzen Punkten von unten. Lizzie gab der Schachtel einen kleinen Stups. Sie kippte und der Drahtdeckel rutschte ab.
Das alles hatte weniger als eine Minute gedauert. Lisa bemerkte, was los war, erst, als sie mich fauchen hörte. Ich hatte mich auf meine Hinterpfoten gestellt und fauchte und zischte, was das Zeug hielt. Dazu blähte ich meine Backentaschen auf und bewegte klappernd die Zähne hin und her.
Und was tat Lizzie? Die schaute. Hinterher habe ich mich gefragt, warum ich nicht weggelaufen bin.
Aber in solch einer Situation kommt das bei uns Hamstern nicht in Frage. Wir sind sehr mutig. Wie gesagt, Lizzie schaute und bewegte sich nicht. Klaus kam langsam aus der Küche und Lisa hielt die Hand vor den Mund, wahrscheinlich, um nicht zu schreien. Wenige Sekunden lang standen wir alle vier da, wie festgewurzelt. Lizzie bewegte sich zuerst. Sie ging langsam einen Schritt zurück und rannte wie der Blitz hinter die Beine von Klaus. Dann sah ich nur noch ihren kleinen Kopf mit den grünen Augen. Lisa bückte sich, schnappte mich und barg mich in ihren Händen. Sie blies langsam die Luft aus ihrem Mund. Klaus hob Lizzie hoch und drückte sie an sich.

„Das war knapp“, lachte er und ließ ebenfalls die Luft aus dem Mund entweichen. Es hörte sich an wie Pfeifen. Schnell war Lisa danach mit meinem Käfig fertig und setzte mich, nachdem sie mich ausführlich gestreichelt hatte, wieder in mein Zuhause.

„Was war das heute mit Blümchen und Lizzie? Warum ist Lizzie abgehauen? Sie ist doch viel größer als Blümchen? Sie hätte Blümchen leicht fangen können,“ fragte Lisa, als sie abends mit Klaus am Esstisch saß.
„Der Schreck bei Lizzie und die Erinnerung an all das, was sie bei ihren Vorbesitzern erlebt hatte, war wohl stärker als ihr Jagd - Instinkt,“ sagte Klaus.

„Gottseidank, kann ich da nur sagen“, erwiderte Lisa und sah Klaus lächelnd an.

„Am Ende verstehen sie sich doch noch und werden vielleicht Freunde. Möglich wäre es. Ich habe schon oft von solchen Freundschaften gehört“, sagte Klaus, nahm Lisa’s Hand in seine und drückte einen zarten Kuss darauf.

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Coole Sprüche


Bin ich nicht
alles, was ich habe
fragte der Regenwurm
und ließ sich in
zwei Teile trennen

Ich habe Schmerzen
brüllte mein Zahn
und ging mir
auf den Nerv

Das ist
die Frau meines Lebens
schwärmte der Mann
und nahm ihr
die Luft zum Atmen

Das ist doch
kein Mann für dich
sagte die Mutter
und machte ihm
schöne Augen